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Echte Schulwahlfreiheit muss ermöglicht werden

Die Wählergruppe Pro Hamm sieht die hohe Zahl der Schulwechsler, es waren rund 200 im letzten Jahr mit Sorge. Dr. Cevdet Gürle, schulpolitischer Sprecher der Wählergruppe Pro Hamm kommentiert die Zahl und das Wahlverhalten der Schüler wie folgt: ,,Die Haupt- und Realschulen profitieren im Besonderen von den Abgängen von Schülerinnen und Schülern, die den Leistungserwartungen und den Leistungsdruck der gewünschten Schulform nicht standhalten können. Eine Wahlfreiheit haben ehemalige Gymnasiasten und noch weniger ehemalige Realschüler, wenn überhaupt nur stark eingeschränkt. Wenn eine Schülerin oder ein Schüler der Jahrgangsstufe 5 oder der 6 einer Realschule oder eines Gymnasiums sich für den Wechsel auf eine integrative Schulform, sprich Gesamt- oder Sekundarschule entscheidet, wird in der Regel dem Kind die Aufnahme verweigert. Die integrativen Schulformen sind in der Sekundarstufe I bis auf den letzten Platz belegt und freie Kapazitäten sind nicht vorhanden. Das Problem betrifft in der Regel Schülerinnen und Schüler, die sich für einen Schulwechsel von der Realschule entscheiden. So sind mir rund ein Dutzend Eltern bekannt, die im Laufe dieses beziehungsweise des letzten Schuljahres ihr Kind aus der Erprobungsstufe der Realschule auf die Gesamtschule beziehungsweise die Sekundarschule anmelden wollten und dabei eine Abfuhr erhielten. Sie waren gezwungen als Folge ihre Tochter beziehungsweise ihren Sohn an einer Hauptschule anzumelden. Während Abgänger von den Gymnasien die Möglichkeit haben eine Realschule zu besuchen, ist die Auswahlmöglichkeit bei abgehenden Realschülern de facto nur die Hauptschule. Eine Wahlfreiheit herrscht hier nicht. Das ist ein Zustand, der für alle Beteiligten (Eltern und Kinder) unbefriedigend ist. So wäre es folgerichtig, wenn Kapazitäten im integrativen Schulsystem in der Sekundarstufe I geschaffen beziehungsweise erweitert würden, um so eine echte Wahlfreiheit zu ermöglichen.“

Dr. Cevdet Gürle

Wählergruppe Pro Hamm