schule1

Wird der Elternwille wirklich ernst genommen von der Stadtregierung?

Pressemitteilung der Wählergruppe Pro Hamm

Die Wählergruppe Pro Hamm kritisiert massiv die Schul- und Bildungspolitik der schwarz-gelben Stadtregierung. ,,Wenn Vertreter der schwarz-gelben Stadtregierung von Elternwillen sprechen und das dieser in der Schul- und Bildungspolitik berücksichtigt würde, kann ich über solch billiger Polemik nur den Kopf schütteln“, so der OB-Kandidat der Wählergruppe Pro Hamm Dr. Cevdet Gürle. Gürle weiter: ,,Wenn die Schwarzgelben den Elternwillen ernst nehmen würden, dann hätten in den letzten 10 Jahren nicht mehr als 1000 Schüler eine Absage von einen der beiden Hammer Gesamtschulen erhalten. Die Stadtregierung unterschlägt, dass trotz der Sekundarschulen in Herringen und Werne, auch zum kommenden Schuljahr knapp 50 Schüler eine Abfuhr von den beiden Hammer Gesamtschulen erhalten haben. Möchten die Schwarzgelben den Elternwillen umsetzen? Dann müssten sie der Installierung einer dritten Gesamtschule in Hamm zustimmen.“ Die Wählergruppe Pro Hamm verweist darauf, dass heute mehr als 2600 Schüler eine integrative Schulform in Hamm besuchen. ,,Das sind so viele Schüler wie nie zuvor. Der Wunsch Hammer Eltern ihr Kind an einer integrativen Schule anzumelden, hält uneingebrochen an“, so Gürle. Gürle: ,,Die schwarz-gelbe Stadtregierung macht in ihren Äußerungen deutlich, dass die integrative Schulform in Hamm unerwünscht ist. Die Schwarzgelben sollten statt ihre Energie in den Kampf gegen die integrative Schulform zu richten, sich mit der Frage auseinandersetzen, warum Hamm eine geteilte Bildungsstadt ist. Die schwarz-gelbe Stadtregierung hat auf dem Feld der Chancengerechtigkeit und der Chancengleichheit kläglich versagt. Der Schulentwicklungsplan (SEP) muss weiterentwickelt werden, stattdessen werden die Gesamtschulen und die Sekundarschule diffamiert. Die Hammer Bürger und insbesondere die Eltern brauchen keine stumpfen Feindbilder, sondern sie wollen Antworten auf drängende Fragen wie zum Beispiel: Wie wird sich die Schullandschaft in Hamm aufgrund der rückläufigen Schülerzahlen weiterentwickeln? Können alle Schulstandorte erhalten bleiben oder wird es weitere Schließungen oder Zusammenschlüsse geben? Die Eltern wünschen sich Planungssicherheit! Sie wollen ein nachhaltiges und tragfähiges Schulkonzept. Ein Konzept das Schwarzgelb nicht anzubieten hat. Gehört es nicht zur Wahrheit, dass es spätestens in fünf Jahren in Hamm eine Realschule weniger geben wird, da die absoluten Schülerzahlen es nicht hergeben den Bestand von sechs Realschulen zu halten? Die schwarz-gelbe Stadtregierung zieht es vor unbequemen Fragen auszuweichen und macht lieber ein Weiter so mit einer kopflosen Bildungspolitik. Eine Bildungspolitik, die dazu geführt hat, dass das Bildungsgefälle in unserer Stadt zementiert wurde.“ Die Wählergruppe Pro Hamm spricht sich für eine dritte Gesamtschule und der Möglichkeit weitere Sekundarschulen in Hamm einzurichten aus. ,,Ich habe in den letzten Tagen rund ein Dutzend Gespräche mit Eltern geführt, die mit den Gedanken spielten ihre Kinder an der Sekundarschule anzumelden, es aber letztendlich nicht getan haben und sich für eine Gesamtschule beziehungsweise ein Gymnasium entschieden haben. In den Gesprächen kam deutlich hervor, dass die Eltern sich eine Schulform wünschen auf der ihre Kinder die Möglichkeit haben das Abitur abzulegen. Das kategorische Nein der schwarzgelben Stadtregierung trotz eines Anmeldebooms im letzten Schuljahr die Sekundarschule in Herringen zu einer Gesamtschule umzuwandeln und damit mittelfristig eine gymnasiale Oberstufe einzurichten, hat viele Eltern verunsichert, so dass sie sich entschieden haben ihr Kind nicht auf der Sekundarschule anzumelden. Der Elternwille ist klar und zeigt in Richtung Gesamtschule. Wir als Pro Hamm haben nie ein Hehl daraus gemacht, dass die Sekundarschule nur ein Zwischenschritt auf den Weg zu einer Gesamtschule sein kann“, so Gürle. Der Vorsitzende von Pro Hamm kommentiert die Meldezahlen an den Realschulen wie folgt: ,,Die Anmeldezahlen an den Hammer Realschulen sind ein Ausreißer nach oben und spiegeln nicht die langfristige Tendenz wieder. So sind in unserer Nachbarkommune Unna die Anmeldungen an den Realschulen drastisch eingebrochen. Die Entwicklung auf Landesebene zeigt ebenfalls einen überdurchschnittlichen Rückgang der Schülerzahlen an den Realschulen. Dieser wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen und auch nicht vor Hamm halt machen.“ Die Wählergruppe verweist in dem Zusammenhang auf die Schlussfolgerungen aus dem SEP, in der eine Erkenntnis ist, dass auch die Realschulen in ihren Bestand gefährdet sind. Der Gutachter geht davon aus, dass mindestens zwei Realschulen ihre Dreizügigkeit bis 2020 nicht halten können. Diese ist aber Bedingung für ein funktionierendes Differenzierungsangebot. Die CDU/FDP-Stadtregierung hat in den letzten zwei Jahren fünf Hauptschulen geschlossen. Sie hat diese geopfert in dem Irrglauben dadurch den Bestand der Realschulen erhalten zu können. Die Rechnung wird nicht aufgehen. Die Schul- und Bildungspolitik der Schwarzgelben führt geradewegs dazu, dass die Realschulen bereits in einigen Jahren wie heute die Hauptschulen um ihre Existenz bangen müssen. Wenn man den Empfehlungen des SEP folgen würde und mal schaut wie Schulpolitik in anderen Kommunen praktiziert wird, dann käme man zur Erkenntnis, dass die Antwort auf den demografischen Wandel nicht die bloße Schließung von Hauptschulen ist. Die Hauptschulen müssten aufgehen in den Realschulen und diese als Zusammenschluss zu Sekundarschulen oder Gesamtschulen weiterentwickelt werden. Gürle: ,,Die Sekundarschule als integrative Schulform ist die Antwort auf eine zunehmend heterogene Schülerschaft. Sie entlastet zugleich das Lehrerkollegium und schafft damit Ressourcen, die in der Form an der Realschule nicht mehr vorhanden sind. So ist es zum Beispiel nicht unbedeutend, dass die Lehrkräfte an den Sekundarschulen analog zu den Gymnasien/Gesamtschulen eine Unterrichtsverpflichtung von statt 28 Stunden nur von 25,5 Stunden haben und die Klassenstärke auf 25 Schüler beschränkt ist. Ich bin davon überzeugt, dass man die Realschulen für das Projekt Sekundarschule gewinnen kann. Ich bin aber auch Realist genug um zu wissen, dass eine schwarzgelb geführte Stadtregierung diesen Weg nie bestreiten wird. Wir bewegen uns in Deutschland auf ein Zwei-Säulen-Modell hin. Auf der einen Seite haben wir die Gymnasien und auf der anderen Seite die integrative Schulform. Beide Schulsysteme bieten die Möglichkeit des Abiturs an. Die einen nach acht Jahren und die anderen nach neun Jahren. Hamm sollte sich dieser zwangsläufigen Entwicklung nicht versperren, sondern eine Vorreiterrolle einnehmen. ”

Wählergruppe Pro Hamm

Vorsitzender

Dr. Cevdet Gürle

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreib einen Kommentar