Pro hamm Stadtentwicklung

Stadtentwicklung

Wahlprogramm der Wählergruppe Pro Hamm zum Thema:

Stadtentwicklung

Stadtentwicklung befasst sich mit der Verteilung und Zuordnung der Nutzungen im städtischen Raum. Sie schafft die Voraussetzungen für die Daseinsvorsorge der Bevölkerung und sorgt im Idealfall dafür, dass Wohngebiete, Einkaufszentren, Gewerbe-, Industrie- und Verkehrsflächen sowie Erholungs- bzw. Freizeiträume und sonstige infrastrukturelle Einrichtungen im richtigen Verhältnis und am rechten Platz ausgewiesen werden. Auch sorgt sie mit gestalterischen und ästhetischen Maßnahmen für eine Identifikation der Bewohner mit seiner Stadt (Stichwort: Stadtbildgestaltung).

Bei diesen Aufgaben spielt die Fläche, der Boden, eine große Rolle. Da die Gesamtfläche einer Stadt begrenzt ist, kommt es immer wieder zu räumlichen Nutzungskonflikten über die Priorisierung bestimmter Maßnahmen, die im Sinne des Gemeinwohlziels der Stadtentwicklung gelöst werden müssen. Als Instrumente der Bauleitplanung stehen der Flächennutzungsplan (FNP) und der Bebauungsplan (BP) zur Verfügung. Sie werden planerisch von der Verwaltung nach den relevanten Fachgesetzen erarbeitet und politisch vom Stadtrat nach einer Gesamtabwägung verabschiedet. Die Qualität von FNP und BP hängt davon ab,

a) wie sie entstanden sind und wie die Bürger daran beteiligt wurden und
b) nach welchen Konzepten und Planungsideen vorgegangen und welche Inhalte festgeschrieben wurden.

Die Praxis in Hamm zeigt, dass beide Punkte defizitär sind und Anlass zur Kritik geben. Die Stadtentwicklung in Hamm arbeitet konzeptlos, unsystematisch und interessengeleitet. Hier muss ein Umdenken in Richtung einer bürgerorientierten, nachhaltigen Stadtentwicklung erfolgen. Neue Siedlungskonzepte sind notwendig, um vor allem den Landschaftsverbrauch einzudämmen. Vor jedem Eingriff in die Landschaft sollte eine verbindliche Umwelt und Raumverträglichkeitsprüfung auf der Basis eines ehrlichen Standort und Flächenkatasters durchgeführt werden. Nur durch ein solches Flächenmanagement mit einer Revitalisierung von Brachflächen kann ein Beitrag dazu geleistet werden, dass der Flächenverbrauch von derzeit 80 ha pro Tag in der Bundesrepublik auf 30 ha pro Tag (nach dem „30HektarZiel“ der Bundesregierung bis 2020) realisiert werden kann.

Auf keinen Fall darf so weitergemacht werden, wie beim Ingloparc in Weetfeld zu beobachten ist. Das mit der Stadt Bönen vereinbarte interkommunale Logistikzentrum „Ingloparc“ versiegelt wertvolle landwirtschaftliche Betriebsflächen, zerstört einen städtebaulich interessanten Erholungsraum und wirkt sich negativ auf die Biodiversität aus. Alternativen wären hier möglich gewesen, wenn Planung und Politik sensibler vorgegangen wären und Vorschläge aus der Bürgerschaft ernster genommen hätten.

Da „Naturflächen“ endlich sind, muss die Erschließung großer Industrieflächen auf der „grünen Wiese“ ein Ende haben!

Aus aktuellem Anlass fordern wir:

Eine geplante Ansiedlung des FinkeBaus in Rhynern wird abgelehnt. Die Ansiedlung auf der grünen Wiese ist weder unter ökologischen Gesichtspunkten, noch unter ökonomischen vertretbar. Der FinkeBau wird massiv Kaufkraft aus der Innenstadt abziehen und damit eine Wiederbelebung der City unmöglich machen.

Wir brauchen ein Umdenken in der Flächennutzung. Insofern wendet sich Pro Hamm auch gegen den Ingloparc in Weetfeld.

Zum Thema „Wohngebiete“ fordern wir:

Die schwarzgelbe Ratsfraktion hätte einen Masterplan Stadtentwicklung aufstellen müssen, um den negativen Entwicklungen der letzten Jahre in den einzelnen Wohnquartieren entgegenzuwirken. Das hat sie als unwichtig erachtet mit dem Ergebnis, dass im Hammer Westen, aber auch im Hammer Norden sich die sozialen Probleme erheblich verschärft haben. So ist durch den massiven Zuzug bulgarisch- und rumänischstämmiger Migranten und dem gleichzeitigen Auszug alteingesessener deutsch- und türkischstämmiger Familien das soziale Gefüge im Hammer Westen aus der Balance geraten. Die schwarzgelbe Stadtregierung hätte auf die sich abzeichnende Entwicklung reagieren und mit einer aktiven Stadtentwicklungspolitik antworten müssen. Das geschah nicht und man hat eine Ghettoisierung billigend in Kauf genommen.

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