Turboabi

Pro Hamm fordert Wahlfreiheit

Pressemitteilung der Wählergruppe Pro Hamm

In Nordrhein-Westfalen wurde unter der damaligen schwarz-gelben Landesregierung 2005 die Schulzeit auf den Gymnasien auf 8 Jahre gekürzt. Die rot-grüne Landesregierung hat deutlich gemacht, dass sie an der Verkürzung der Schulzeit festhalten will. Die Landesregierung in Düsseldorf ignoriert damit den massiven Protest der Schüler, Eltern und Lehrer und hält unbeirrt am Turbo-Abitur fest. Das verkürzte Gymnasium stellt eine starke psychische und physische Belastung für alle Betroffenen dar. Der Vorsitzende von Pro Hamm Dr. Gürle kommentiert das wie folgt: ,,Die Schüler sind einer 45 Stundenwoche ausgesetzt und sollen mit der Zuverlässigkeit einer Maschine Leistung abrufen.“ Die Wählergruppe Pro Hamm verweist auf eine Studie der LEV (Landes-Eltern-Vereinigung) zum Abitur nach dem G8-Modell zeichnet ein erschreckendes Bild. Rund 70 Prozent der Schüler einer Oberstufe klagen über zu viel Stress, ein Viertel erklärt, dass sie nur ungern in die Schule gehen. Mehr als drei Viertel der Eltern stimmen der Aussage zu, dass das Lernpensum ihrer Kinder sich belastend auf dem Familienalltag auswirke und das ihre Kinder nicht mehr über die Zeit verfügen ihre außerschulischen Aktivitäten weiter zu verfolgen. Gürle ergänzt: ,,Um es auf den Punkt zu bringen: Wer Ja sagt zum Abitur nach acht Jahren auf den Gymnasien, sagt auch Ja, dass man den Schülern ihrer Jugend beraubt. Die Kindheits- und Jugendphase als ein eigenständiger Zeitabschnitt der Selbstfindung und der Selbstverwirklichung verschwindet zusehends unter dem schulischen Leistungsdruck. Die Gesellschaft erwartet von heute 14jährigen, dass sie idealerweise, die als lästig empfundene pubertäre Phase aussparen und sich schnellst möglichst als ein produktives Mitglied in die Welt der Erwachsenen einfügen. Wenn man nach den Beweggründen, warum das G8 eingeführt wurde, fragt, kommen pauschale Antworten wie, dass die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Schüler gesteigert werden müsse. So kämen Schüler aus Deutschland viel zu spät in Studium und Beruf. Die Politik und die Wirtschaft reduzieren mit einer solch eingeengten Argumentation Schüler auf ihren ökonomischen Wert und sehen in der Verkürzung der Schulzeit bloß ein Instrument den Einzelnen schneller mit seinem „Kaufwert“ den freien Markt zur Verfügung zu stellen. Sie fordern, dass ein Schüler das Abitur mit 17 Jahren zu machen hat und mit Anfang 20 im Arbeitsleben stehen soll, um dann bis zum 70.sten Lebensjahr einen Beruf nachzugehen. Der Staat will Geld sparen und früher an Steuergelder kommen. Die Wirtschaft will von jungen Arbeitskräften, die flexibel und günstig sind, profitieren. Staat wie Wirtschaft lasten aus egoistischen Motiven Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine untragbare Bürde auf.“ Die Wählergruppe Pro Hamm macht deutlich, dass man den Schülern ihre Lebensgestaltung nicht zusehends einschränken darf. Die Gesellschaft muss den Kindern und Jugendlichen den nötigen Freiraum geben. Des Wegen fordert die Wählergruppe Pro Hamm, dass der Irrweg Turbo-Abitur abgebrochen werden muss. OB-Kandidat Gürle: ,,Wir begrüßen die Elterninitiative G9 jetzt in NRW, die sich für eine echte Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 einsetzt und wollen ihre Position mit dem Sammeln von Unterschriften unterstützen. Es sind solche Elterninitiativen, die den Willen der Bürgerinnen und Bürger bündeln und ein Umdenken der politischen Entscheidungsträger bewirkt. Niedersachsen hat bereits diesen Druck nachgegeben und kehrt zum alten G9-Modell zurück. Wir in NRW haben den Weg noch vor uns. Ich bin aber zuversichtlich, dass wenn genügend Unterschriften zusammenkommen Rotgrün zum Einlenken bewegt werden kann“. Die Wählergruppe Pro Hamm wirft in der gegenwärtigen Debatte um G9/G8 der Schulministerin Frau Löhrmann (Grüne) Scheinheiligkeit vor, wenn Sie erklärt, dass nur 13 der über 600 Gymnasien in NRW eine Rückkehr wünschen und die Gymnasien die Möglichkeit haben jederzeit das G9 an ihrer Schule wieder einzuführen. Die Bildungsministerin unterschlägt in dem Zusammenhang, dass diese Rückkehr keine Rückkehr zum G9 nach dem alten Modell wäre. So würde u.a. die zweite Fremdsprache ebenfalls in der Jahrgangstufe 6 einsetzen und nicht wie erwartet erst in der Klasse 7. Wenn die Gymnasien eine echte Option hätten das alte Modell wieder einzuführen, dann würde so Pro Hamm eine große Mehrheit dem zustimmen. Die rot-grüne Landesregierung gibt ihnen diese Option aber nicht!

Wählergruppe Pro Hamm

Vorsitzender

Dr. Cevdet Gürle

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreib einen Kommentar