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Dr. Cevdet Gürle mit Radio Lippe Welle Hamm über die Zukunft von Hamm

Standpunkte des Oberbürgermeisterkandidaten Dr. Cevdet Gürle (Wählergruppe Pro Hamm) auf Fragen der Lokalsenders (Radio Lippe Hamm)

Frage 1: Was sind für Sie eigentlich die wirklich wichtigen Herausforderungen der Zukunft (mit Auswirkungen auf die Menschen in unserer Stadt)?

Hamm ist eine lebenswerte und liebenswerte Stadt, aber es ist niemandem geholfen, wenn man die Augen vor den zahlreichen Baustellen verschließt, die sich vor uns auftun. Bildung, Arbeit und Integration – das sind die Kernthemen mit denen wir uns offensiv auseinandersetzen müssen, um Hamm nach vorne zu bringen. Ohne eine ausreichende Bildung sind die Chancen auf dem Arbeitsmarkt gering und ohne Bildung und Arbeit kann es keine erfolgreiche Integration in die Gesellschaft geben. Bildung ist der Schlüssel zum sozialen Aufstieg. Deswegen muss das Thema Bildung im politischen Handeln oberste Priorität haben. Es muss uns gelingen, dass Kinder unabhängig ihrer sozialen Herkunft dieselben Bildungschancen haben. Hamm ist eine geteilte Bildungsstadt. Die Bildungsteilhabe ist ungleich auf die einzelnen Stadtbezirke verteilt. Wir müssen neue Wege gehen, um die Bildungsgerechtigkeit herzustellen. So ist es erforderlich, das Studienangebot der FH Hamm-Lippstadt deutlich auszubauen, das Gelände des Bergwerk Ost zu einem Bildungspark zu entwickeln, die Schulsozialarbeiterstellen aufzustocken, die frühkindliche Förderung zu optimieren und eine dritte Gesamtschule einzurichten.

Die städtische Entwicklung der Wohnquartiere und die Integrationspolitik der schwarz-gelben Stadtregierung benötigen einer sofortigen Neuausrichtung. Die drohende Verelendung und zunehmende soziale Gettoisierung einzelner Wohnquartiere im Hammer Westen und Norden muss verhindert werden. Die Errichtung eines Studentenwohnheims beziehungsweise von Studentenwohnungen nahe des Viktoria-Platzes könnte dem entgegenwirken und positive Impulse für die Wohnstruktur im Hammer Westen ausstrahlen. Des Weiteren fordern wir eine Fortschreibung des Steuerungskonzepts Vergnügungsstätten, in der klargestellt wird, dass in Wohngebieten sowie in Mischgebieten, in denen die Wohnnutzung vorherrscht, Vergnügungsstätten, Wettbüros und Erotik-Fachmärkte konseqeuent ausgeschlossen werden. So muss die Konzentration von Vergnügungsstätten an der Wilhelmstraße aufgebrochen werden.

Hamm ist bunt und das ist gut so. Das Thema Integration nimmt im politischen Raum einen immer größeren Spielraum ein. Rund ein Drittel der Hammer Bürgerinnen und Bürger haben einen sogenannten Migrationshintergrund. Zuwanderung ist eine Bereicherung für unsere Gesellschaft. Sogenannte Migrantinnen und Migranten bringen sich mit ihren vielfältigen Fähigkeiten und Fertigkeiten in das städtische Leben ein. Dennoch darf man die Augen nicht davor verschließen, dass Integration weder ein reibungsloser, konfliktfreier Prozess, noch eine Einbahnstraße ist. Integration fordert von der Aufnahmegesellschaft eine Willkommens- und Akzeptanzkultur und von den Zugewanderten Offenheit und die Bereitschaft über den eigenen Tellerrand zu blicken. Integration ist eine Herausforderung, der wir uns als Stadtgesellschaft stellen müssen. Eine nachhaltige Integrationspolitik basiert auf einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Man muss sie stärker die Migrantinnen und Migranten einbinden in die kommunalpolitischen Willens- und Entscheidungsprozesse. Es kann nicht sein, dass über sie aber nicht mit ihnen geredet wird. Denn Hamm ist unser aller Zukunft!

Ich trete als Spitzenkandidat der Wählergruppe Pro Hamm für das Amt des Oberbürgermeisters an. Mein Bestreben ist es, den Bürgerinnen und Bürgern eine alternative Politik anzubieten.

Frage 2: Wieweit wird es auch von den Bürgern abhängen, wie gut wir diese Herausforderungen bewältigen können?

Die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt müssen stärker in die politischen Willens- und Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Die Herausforderungen, der wir uns als Stadtgesellschaft stellen müssen, sind unsere Herausforderungen. Weder sind es die der Politikerinnen und Politiker, noch sind es die der Hammer Bürgerinnen und Bürger. Wir brauchen den aktiven und mündigen Bürger. Ich folge dem Selbstverständnis, dass die Politik in der Pflicht ist, die Bürgerinnen und Bürger zum Mitmachen und Mitbestimmen einzuladen. Grundlage einer solchen bürgernahen Politik muss eine aktive Information und eine Transparenz des Verwaltungshandelns für die Bürger sein. Gleichzeitig möchte ich die Bürgerinnen und Bürger dazu bewegen, zu erkennen, dass sie es sind und keine Parteien oder Wählergruppen, die die Zukunft dieser Stadt bestimmen. Wir brauchen eine aktive Bürgergesellschaft. Denn Hamm gehört nicht den Politikerinnen und Politikern, es gehört den Bürgerinnen und Bürgern.

Frage 3: Welche Bewältigungskompetenzen brauchen die Menschen Ihrer Meinung nach für eine lebenswerte Zukunft?

Ich wünsche mir, dass die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt in die Lage versetzt werden, dass Sie die Fähigkeit haben aus Fehlern zu lernen und in jeder Krise auch zugleich eine Chance sehen. Sie sollten mit offenen Augen durchs Leben geben verbunden mit einer Prise Zuversicht und Mut im Herzen und einem positiven Denken. Sie sollten eine kritische Reflektionsfähigkeit haben und das Bestehende hinterfragen und eine Optimierung des Ist-Zustandes anstreben. Die Bürgerinnen und Bürger sollten weniger ich-bezogen agieren, sondern mehr das Wohl der Gemeinschaft im Auge haben.

Frage 4: Was könnte den Bürgern helfen, die Kompetenzen zu entwickeln?

Das Ziel einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaftsordnung ist es, dass der Einzelne sich als mündiger Staatsbürger wahrnimmt und sich mit seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten in die Gemeinschaft einbringt. Dieses Ideal ist wünschenswert und kann nur verwirklicht werden, wenn wir den Einzelnen in seiner Persönlichkeit stärken, ihm Achtung gegenüber, wenn der Einzelne ein gesundes Selbstbewusstsein entwickelt und soziale Kompetenz hat. Die Entwicklung dieser Kompetenzen ist das Produkt von geplanten und ungeplanten Einflüssen. Wir als Gesellschaft müssen Strukturen schaffen, z.B. Bildungs- und Chanengerechtigkeit oder Freiheitsrechte, in der sich der Einzelne zum Staatsbürger entfalten kann.

Frage 5: Welches Bild haben Sie von der Zukunft unserer Stadt im Jahre 2020?

Mein Bild von der Zukunft unserer Stadt ist zwiegespalten. Auf der einen Seite habe ich die Sorge, dass unsere Stadtgesellschaft immer mehr in eine sogenannte „winner-looser-Gesellschaft“ zerfällt, andererseits habe ich die Hoffnung, dass die soziale Schieflage in unserer Stadt nicht weiter zementiert wird, sondern aufgebrochen werden kann. Wenn wir uns die Entwicklung der Stadt in den letzten Jahren anschauen, so ist zu erkennen, dass einzelne Wohnbezirke (insbesondere im Hammer Westen und dem Hammer Norden) eine Abwärtsspirale erlebt haben. Die schwarz-gelbe Stadtregierung hat hier versagt und ihre soziale Verantwortung nicht übernommen. Wir haben ein Bildungsgefälle, dass sich verfestigt hat. Der Aufstieg in unserer Gesellschaft ist primär gebunden an die soziale Herkunft und diese prägt bis heute den Bildungserfolg beziehungsweise Nichterfolg wieder. Hamm stellt hier keine Ausnahme dar! Ich habe aber auch die Hoffnung, dass wenn die politischen Weichen in den nächsten Jahren richtig gelegt werden und statt die Interessen einzelner Gruppen das Wohl der Gemeinschaft im Mittelpunkt des politischen Handelns steht die Stadt Hamm einen großen Schritt nach vorne machen kann. Hamm ist eine liebenswerte und lebenswerte Stadt, insbesondere für mich als eingefleischten Hammenser, aber ist ist auch eine Stadt mit Baustellen und genau diese müssen wir angehen. Hier müssen wir der Handlungsmaxime folgen: Die starken Schultern müssen mehr tragen als die Schwachen.

Dr. Cevdet Gürle

Wählergruppe Pro Hamm

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