Whiteboard

Digitalisierung von Schulklassen

Zur Test-Einführung von Tablet in Schulen

Die Ratsgruppe Pro Hamm begrüßt prinzipiell die Ankündigung des neuen Schulausschussvorsitzenden Herr Lindemann nach einer politischen Offensive in seinem Arbeitsbereich. Die Wählergruppe hat aber die Sorge, dass was gut gemeint ist, schlecht umgesetzt wird und man falsche Akzente setzt. Ratsherr Dr. Cevdet Gürle kommentiert die Ankündigung einer politischen Offensive: ,,Der Koalitionsvertrag der schwarz-roten Stadtregierung ist in der Schul- und Bildungspolitik eine einzige Enttäuschung. Statt einer ehrlichen kritischen Bestandsaufnahme blenden die politisch Verantwortlichen der Stadtregierung unliebsame Wahrheiten aus. So ist es bezeichnend, dass Begriffe wie Bildungsgefälle oder Bildungsbenachteiligung mit keinem Wort im Koalitionstext erwähnt werden. Wenn die schwarz-rote Stadtregierung mit nachhaltigen Programmen und Projekten die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen verbessern und somit die Bildungsungleichheit abbauen will, muss sie zuerst verinnerlichen, dass es ein Bildungsgefälle gibt! Eine frühestmögliche Steigerung der Sprachkompetenz ist hierbei der zentrale Schlüssel um die Baustelle Bildungsungleichheit anzugehen. Es ist aber zu kurz gedacht, wenn die geplante Sprachförderung allein Kinder mit einem sogenannten Migrationshintergrund als Zielgruppe anvisiert. Sprachdefizite sind, das belegen wissenschaftliche Studien, nicht das Ergebnis einer bestimmten ethnischen Herkunft, sondern sind in der Regel den sozioökonomischen Verhältnissen verschuldet, in den Kinder aufwachsen. Deswegen müssen alle bildungsbenachteiligten Kinder mit und ohne Migrationshintergrund von möglichen Sprachförderprogrammen profitieren. Denn wenn Sprachdefizite spätestens im Grundschulalter nicht ausgebügelt werden, drohen sie Bildungsungleichheiten zu verfestigen.“ Die Wählergruppe befürwortet eine Verbesserung der medialen Ausstattung in den Schulen, hält es aber für den falschen Weg durch eine angestrebte Digitalisierung des Unterrichts das klassische Schulbuch abzuschaffen. Dr. Gürle: ,,Das klassische Schulbuch, da mag ich vielleicht wertkonservativ sein, sollte auch in Zukunft eine Arbeitsgrundlage der Schüler sein. Dennoch wäre es falsch digitale Medien, da sie zu unserer Lebenswelt unumstößlich dazugehören, aus dem Unterricht zu bannen. Es wäre empfehlenswert, wenn die Stadt Hamm die Ausstattung der Schule mit sogenannten interaktiven Whiteboards, sprich digitalen Tafeln, unterstützt. Interaktive Whiteboards öffnen neue Chancen für eine moderne Unterrichtsentwicklung und Unterrichtsgestaltung mit denen die Schüler stärker in den Unterricht eingebunden werden, als es durch reine Tablet- und Laptopklassen geschehen kann“.

Dr. Cevdet Gürle

Wählergruppe Pro Hamm

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