Die Wählergruppe Pro Hamm hat in ihrer Wahlversammlung einstimmig ihr Team für die Bezirksvertretung Pelkum aufgestellt.

Als Spitzenkandidat geht erneut Farid Bhihi (Lehrer, 42 Jahre) ins Rennen, der seit 2014 für die Wählergruppe als Mandatsträger in der Bezirksvertretung Pelkum sitzt. Farid Bhihi besetzt außerdem den Wahlkreis 16 Pelkum. Es folgt auf Platz 2 der Bezirksliste Andreas Kämper (Versicherungsangestellter, 57 Jahre), der zugleich für den Wahlkreis 14 Daberg-Geist-Lohauserholz antritt, wo er seit mehr als 30 Jahren in der Vereinswelt tief verankert ist. Die Liste wird komplettiert von der 20jährigen Studentin Elvan Balci (Wahlkreis 15, Wiescherhöfen).

,,Der Stadtbezirk tritt auf der Stelle“, so das Fazit von Farid Bhihi nach sechs Jahren Große Koalition im Rathaus und in den Bezirken. Farid Bhihi weiter: ,,Bei der Frage der Nachnutzung des Bergwerk Ost kommen wir nur in Schneckentempo voran und die erneute Ablehnung der Förderung für das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Pelkum/Wiescherhöfen ist eine Hiobsbotschaft für den Stadtbezirk. Wir brauchen neue Leitideen für Pelkum und die vermissen viele Bürgerinnen und Bürger bei der Großen Koalition“.

Andreas Kämper listet vier Schwerpunkte auf, die in den Folgejahren stärker auf die politische Agenda raufkommen müssen: ,,Erstens, eine nachhaltige Stärkung des Bildungsstandorts Pelkum, das einher gehen muss mit einer Prüfung, wie die frühere Parkschule als Schulort dem Stadtbezirk erhalten bleibt. Hier bringen wir die Idee ein, dass, wo jetzt eine Zweigstelle des Elisabeth-Lüders-Berufskollegs ist diese mittelfristig als Standort für ein vollwertiges Weiterbildungskolleg genutzt wird. Der Standort wäre ideal und mit dem angrenzenden Titania-Park hätte man notfalls Fläche, um sich auszudehnen. Die Verlegung der Außenstelle des Weiterbildungskollegs nach Rhynern in die ehemalige Lohschule war ein Kardinalfehler der Stadt. Es wurde vollkommen ignoriert, dass der Großteil der Studierenden aus den westlichen Stadtbezirken, u.a. aus Pelkum kommen. So wäre eine Konzentration der Erwachsenenbildung und der gleichzeitige Ausbau von einer Außenstelle hin zum einem eigenständigen Weiterbildungskolleg im Schulzentrum West konsequent und es hätte einen Mehrwert für alle Beteiligten: für die Studierenden und für den Ortsteil.

Zweitens, die Nachnutzung des Bergwerk Ost muss endlich voranschreiten und sie muss im Besonderen bürgernaher gestaltet werden. Hier sollte die Bürgerschaft stärker in die konzeptionelle Nachnutzung mit eingebunden werden. Immerhin wird die Stadt über ihren kommunalen Haushalt mehrere Millionen in die Erschließung investieren und so sollte der Bürger aktiv am Beteiligungsprozess beteiligt werden. Als Vorbild könnte ein Beirat, wie damals beim Lippepark, dienen.

Drittens, eine Baustelle bleibt, trotz der Öffnung des Netto-Marktes in der Weetfelder Straße die Nahversorgung, die im Besonderen die Menschen in Lohauserholz, aber auch in Weetfeld vor großen Herausforderungen stellt. Hier erwarten wird, dass die Stadtverwaltung aktiv das Gespräch mit potenziellen Interessenten führt und Ansiedlungen unterstützt.

Viertens, es muss eine klare Zielsetzung der Politik vor Ort sein, dass es keine weiteren Logistikansiedlungen im Inlogparc gibt. Die Emissionen haben in den letzten Jahren stark zugenommen und im Besonderen die Anwohner Weetfelds leiden darunter.“

Elvan Balci, die der Pro Hamm Jugend, der Nachwuchsorganisation der Wählergruppe angehört, ergänzt die Ausführungen ihrer Kollegen: ,,Der Stadtbezirk muss für junge Menschen und Familien attraktiver gemacht werden. Hier gilt es den Aufenthalts- und Freizeitcharakter des Stadtbezirks insgesamt zu stärken. So sind die Investitionen im Freibad Selbachpark, die wir schon vor fünf Jahren eingefordert haben, nur ein Tropfen auf dem heißen Stein und werden kaum dazu beitragen die Freizeitanlage attraktiver zu gestalten. Hier bräuchte man eine visionäre Vorstellung, in dem man z.B. eine komplette neue Wasserwelt für Kinder erschafft. Die Entwicklung des Titania-Parks, das als sogenannter Jugendpark aufgelistet ist, aber von jungen Menschen kaum oder gar nicht genutzt wird, unterstreicht, dass bei der Förderung der Jugend im Bezirk viel Nachholbedarf ist. Der Titania-Park bietet mit seiner großen Fläche viel Potenzial, aber derzeit herrscht dort Stillstand und das darf nicht zu einem Dauerzustand werden. Hier sollte man mit den Jugendlichen zusammen überlegen, ob und wie weitere Sportmöglichkeiten, wie z.B. ein Volleyballfeld geschaffen werden kann.

Ein weiteres Ärgernis ist die Radwegestruktur, die im Besonderen auf den viel befahrenen Verkehrsstraßen unzureichend ist. Der öffentliche Nahverkehr müsste des Weiteren in seiner Taktung und der Linienführung optimiert werden, damit mehr Menschen auf diesen umsteigen (können).“ Der OB-Kandidat und Sprecher der Wählergruppe Pro Hamm Dr. Cevdet Gürle schaut zuversichtlich in den aufziehenden kommunalen Wahlkampf: ,,Wir haben ein starkes Spitzentrio für Pelkum, das mit viel Elan und Leidenschaft in den demokratischen Wettstreit, um die Gunst der Wähler reingehen wird.“

Bezirksteam Pelkum der Wählergruppe Pro Hamm (von links nach rechts): Elvan Balci, Farid Bhihi und Andreas Kämper